Wahrer Weingenuss schließt Missbrauch aus
2008-06-05 15:02:21 - Wirtschafts-Reporter.Net
Die Europäische Kommission hat die Weinbau betreibenden Länder in die Pflicht genommen, alkoholbedingten gesundheitlichen Schäden vorzubeugen. Um dieser Forderung zu entsprechen, haben sich führende Dachorganisationen der europäischen Weinwirtschaft in der Initiative „Wine in Moderation“ zur Förderung des verantwortungsbewussten Weinkonsums und der verantwortungsorientierten Vermarktung zusammengeschlossen.
Die Strategie der europäischen Weinbranche heißt Aufklärung. Die Botschaft ist für alle gleich, die Wege sind länderspezifisch. In der zeitnahen Umsetzung nimmt Deutschland eine Vorreiterstellung ein. Anfang Mai startete das nationale Programm mit Auszubildenden im Bereich Weinbau der Berufsschule des DLR Neustadt. 42 angehende Winzer und Winzerinnen im zweiten und dritten Lehrjahr ergänzten in der Unterrichtung ihr fachliches Wissen um Erkenntnisse zu gesundheitlichen Aspekten des Weinkonsums. Damit sollen sie nicht zuletzt in die Lage versetzt werden, später interessierten Kunden auch zu diesen Aspekten qualifiziert Rede und Antwort zu stehen. Durchgeführt wurde die Schulung von den Mitarbeitern der Deutschen Weinakademie unter Führung der Wissenschaftlichen Leiterin der Institution, Dr. Claudia Stein-Hammer.
Mit ihrer Initiative will die Weinbranche einer bei Passivität drohenden restriktiven Gesetzgebung aus Brüssel vorbeugen. Gleichzeitig soll die Chance genutzt werden, dem Missbrauch und seinen Schäden entgegenzuwirken, ohne dabei die positiven Effekte zu verschweigen, die für den moderaten Weinkonsum wissenschaftlich belegt sind. Damit soll dem Grundgedanken Rechnung getragen werden, dass Aufklärung und Information langfristig das Verhalten eher beeinflussen als restriktive gesetzliche Maßnahmen wie höhere Alkoholsteuern, Warnhinweise auf dem Etikett oder Werbeverbote.
Dass man bei Alkoholmissbrauch zuletzt an Wein oder Sekt denkt, hat seine Gründe. Das Image von Wein und Sekt ist besser als das anderer alkoholischer Getränke, und der Beruf des Winzers gewinnt zunehmend an Attraktivität. Wein wird weltweit mit Genuss und Kultur, nicht mit Sucht verbunden. Nur wenn diese Einschätzung erhalten bleibt, kann die Zukunft des Berufsstandes langfristig gesichert werden.
Grundlage der nationalen Informationskampagne der deutschen Weinwirtschaft ist die Schulung an berufsständischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen der Weinbranche. Schritt für Schritt sollen in den nächsten Jahren dann auch Weinkonsumenten auf unterschiedlichen Wegen informiert werden. (News-Reporter.NET/as)




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